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Vorgaben des Arbeitgebers zur Sprache zulässig?

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Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen, und Maximilian Renger, wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Besonders wenn der Arbeitgeber global tätig ist, ergibt sich für ihn ein Interesse daran, den Mitarbeitern Vorgaben im Hinblick auf die Sprache im Betrieb zu machen. In welchem Rahmen darf den Arbeitnehmern die Sprache vorgeschrieben werden?

Vorgaben zur Sprache im Arbeitsvertrag: Ein Vereinbarung über die zu sprechenden Sprache kann sich in erster Linie natürlich aus dem Arbeitsvertrag ergeben. Dabei gilt es dann im Einzelnen zu unterscheiden, worauf sich die jeweiligen Regelungen konkret beziehen. Vielfach dürfte zwischen dem sprachlichen Umgang mit Kunden und dem mit Kollegen unterscheiden werden. Hier können sich jedenfalls schon verbindliche Anhaltspunkte finden.

Weisungsrecht des Arbeitgebers: Im Übrigen greift das Weisungsrecht oder auch Direktionsrecht des Arbeitgebers. Er ist demnach dazu befugt, Arbeitnehmern Weisungen zu erteilen. Dabei steht ihm ein Ermessenspielraum zu, den er wahrt, sofern die Weisung nicht willkürlich ist. Im Hinblick auf Sprache kommt es für die Zulässigkeit etwaiger Weisungen darauf an, ob eine bestimmte Sprache für die jeweilige Tätigkeit erforderlich ist. Bei einer Kanzlei, die allein deutsche Mandanten vertritt, wäre beispielsweise eine Weisungen an die Mitarbeiter, künftig nur noch Englisch zu sprechen, wohl unzulässig. Bei Vertretung von fremdsprachigen Mandanten dagegen würde ein berechtigtes Interesse des Arbeitgebers daran bestehen, den Mitarbeitern eine bestimmte Sprache im Umgang mit diesen vorzugeben.

Sprache unter Kollegen: Geht es dagegen um Gespräche unter Kollegen, ohne das Kunden oder Mandaten anwesend sind, dürfte für eine Weisung, dabei eine bestimmte Sprache zu sprechen kein solches Interesse des Arbeitgebers bestehen. Das könnte anders beurteilen zu sein, wenn es sich bei den Mitarbeitern um eine Sprache handelt, die der Chef überhaupt nicht versteht. Dann kann dieser ein berechtigtes Interesse daran haben, dass seine Sprachvorgaben eingehalten werden.

6.7.2017

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