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Verdachtskündigungen bei Air Berlin: Drohen sie den Piloten?

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Presseberichten zufolge verabredeten sich wohl über Hundert Arbeitnehmer/Piloten von Air Berlin in einer Chat-Gruppe zum „krank sein“, wohl um Druck aufzubauen auf Air Berlin, wie bei einem Streik. Damit könnten die Piloten ein großes Risiko eingegangen sein: Ihnen würde die Verdachtskündigung drohen, vor allem wenn der Arbeitgeber kompromittierendes Beweismaterial in die Hände bekommt, beispielsweise Chatverläufe oder Screenshots. Warum das so ist, erklärt Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Man kann es nicht deutlich genug sagen: Ein Arbeitnehmer, der seine Arbeitsunfähigkeit vortäuscht, verletzt seine arbeitsvertraglichen Pflichten, und zwar so schwer, dass der Arbeitgeber ihm dafür fristlos kündigen darf. Noch schlimmer ist es, wenn sich mehrere Arbeitnehmer vorher zu einer unisono-Krankmeldung verabreden: Der Schaden für den Arbeitgeber ist dann ungleich höher.

Ungünstig für den Arbeitnehmer: Für die fristlose Kündigung muss der Arbeitgeber die Täuschung regelmäßig nicht beweisen vor dem Arbeitsgericht, es reicht der Verdacht! Der Arbeitgeber muss lediglich die Umstände nachweisen, die den Verdacht begründen. Im Fall von Air Berlin kann man einen solchen Verdacht schon mal herleiten: Liegt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, spricht der Beweis des ersten Anscheins zwar für die Arbeitsunfähigkeit. Aber: Der Arbeitgeber kann das gegebenenfalls widerlegen, und zwar aufgrund der massenhaften Krankmeldung und der Verabredungen zum „krank sein“ im Chat.

Bei einer Verdachtskündigung muss der Arbeitgeber allerdings einiges beachten: Er muss den Arbeitnehmer vor der Kündigung anhören. Und er muss Fristen beachten: Eine Verdachtskündigung ist regelmäßig nur erlaubt innerhalb von 2 Wochen, nachdem der Arbeitgeber erfahren hat von den Verdachts-Umständen. Und hier tickt bei Air Berlin vielleicht so manch eine Zeitbombe: Spielt man dem Arbeitgeber einen Chatverlauf erst viel später zu, dann droht immer noch die fristlose Verdachtskündigung wegen der vorgetäuschten Krankmeldung, auch wenn diese vielleicht Monate zurückliegt.

Air Berlin-Mitarbeiter sollten sich gut vorbereiten! Haben Sie eine Verdachtskündigung erhalten? Dann sollten noch am selben Tag einen Experten im Kündigungsschutzrecht anrufen, am besten einen erfahrenen Anwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Vor einer Anhörung sollte man sich ebenfalls vorher anwaltlich beraten lassen.

Haben Sie eine Abmahnung erhalten? Dann kann es sinnvoll sein, dagegen vorzugehen, da eine Abmahnung im Laufe des Insolvenz-Verfahrens Nachteile bringen kann. Auch hier empfehle ich, zeitnah anwaltlichen Rat einzuholen.

Wo finden Sie weitere Informationen zum Thema Kündigung und Aufhebungsvertrag: Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigungsschutzklage: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de. Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigung, Aufhebungsvertrag und sonstige Beendigung des Arbeitsverhältnisses: www.kuendigungen-anwalt.de.

Was wir für Sie tun können: Wir vertreten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutschlandweit im Zusammenhang mit dem Abschluss von arbeitsrechtlichen Aufhebungsverträgen, Abwicklungsverträgen und dem Ausspruch von Kündigungen.

Besprechen Sie Ihren Fall zunächst mit dem Fachanwalt für Arbeitsrecht: Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck unter 030/40004999 oder unserer Hotline 0176/21133283 an und besprechen Sie zunächst telefonisch, kostenlos und unverbindlich die Erfolgsaussichten eines Vorgehens im Zusammenhang mit der Kündigung oder dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages. Wie hoch sind Ihre Chancen? Wie hoch sind Ihre Risiken? Und welche Fristen gibt es zu beachten.

21.9.2017

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