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Schikanen am Arbeitsplatz

Hilft Arbeitnehmern bei Schikane am Arbeitsplatz: Berliner Anwalt für Arbeitsrecht Bredereck.
Kündigungsschutzklage Berlin

Schikanen am Arbeitsplatz, Urteil des Landesarbeitsgerichts LArbG Berlin-Brandenburg vom 31. Mai 2013 – 6 Sa 373/13 –, von Anwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin

Möchte der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer kündigen, weil das Arbeitsverhältnis nicht mehr harmonisch läuft, fehlt oft ein rechtmäßiger Kündigungsgrund. Um dennoch eine Kündigung bewirken zu können, wird dann zu anderen Mitteln und Wegen gegriffen, die darauf abzielen den Arbeitnehmer zur Eigenkündigung zu veranlassen. Mobbing oder Schikanen wie das Zuweisen von Arbeiten, für die kein Bedarf besteht, sind dann Methoden, auf die zurückgegriffen wird.

Dies bestätigte auch  das Landesarbeitgericht Berlin in einer aktuellen Entscheidung: Eine Aufforderung des Arbeitgebers, die Arbeit an einer auswärtigen Betriebsstätte aufzunehmen, stellt eine mit Treu und Glauben unvereinbare Schikane dar, wenn dort überhaupt kein Bedarf an einer Beschäftigung des Arbeitnehmers besteht.

Daher muss der Arbeitgeber die Anordnung auch nicht befolgen, ohne Angst vor einer Abmahnung oder Kündigung haben zu müssen.

Fachanwaltstipp Arbeitnehmer: Dennoch ist Vorsicht geboten, wenn man eine Arbeitsaufforderung des Arbeitgebers verweigert. In der genannten Entscheidung wurde dem Arbeitnehmer Recht gegeben, im Einzelfall kann die Entscheidung jedoch auch anders ausgehen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn im Nachhinein festgestellt wurde, dass die Anordnung zulässig war und dem Arbeitnehmer daraufhin schmerzliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung drohen.

Als Fachanwalt für Arbeitsrecht empfehle ich regelmäßig folgende Vorgehensweise, wenn man sich schikanösen Anordnungen ausgesetzt fühlt:

- Befolgung der Anweisung (unter Vorbehalt)
- Gleichzeitige schriftliche Aufforderung (und unter Fristsetzung) an den Arbeitgeber, von derartigen Anweisungen in Zukunft abzusehen
- Bei Weigerung des Abreitnehmers, per Klage im arbeitsrechtlichen Verfahren feststellen lassen, ob die Anordnung berechtigt oder unberechtigt ist.

Mittels dieser Vorgehensweise riskiert man regelmäßig nicht den Verlust des Arbeitsplatzes.

LArbG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 31. Mai 2013 – 6 Sa 373/13 –, juris


24.7.2013