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Die Veröffentlichungen des Arbeitnehmers über den Arbeitgeber: Wann darf einem Arbeitnehmer gekündigt werden, der Schlechtes über seinen Arbeitgeber schreibt?

In Zeiten von Facebook & Co. wird viel veröffentlicht. E-Books ermöglichen es heutzutage nahezu jedem, ein Buch zu schreiben. Da bleibt es nicht aus, dass manch ein Arbeitnehmer über den Chef oder über Kollegen herzieht und sich etwas von der Seele herunterschreibt. Einem Arbeitnehmer der Bauformat Küchen GmbH & Co. KG wurde gekündigt, weil er ein Buch über seine Mitarbeiter und Chefs geschrieben haben soll, so der Spiegel vom 25.7.2011. Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass nicht widerlegt werden könne, dass der Roman Fiktion sei. Die Kündigung sei deshalb unwirksam.

Der Fall des zum Buchautor gewandelten Mitarbeiters eines Küchenmöbelherstellers zeigt: Wer öffentlich schlecht über Kollegen oder den Chef spricht, riskiert die Kündigung. Dies gilt auch für Äußerungen auf Facebook oder Internetforen.

Bei einer Buchveröffentlichung kann eine hierauf gestützte fristlose Kündigung unwirksam sein, wenn es sich um einen fiktiven Roman handelt. Besteht kein eindeutiger Bezug zu den Mitarbeitern des Unternehmens, liegt kein Kündigungsgrund vor. Der Roman ist durch das Grundrecht auf Kunstfreiheit geschützt. Eine scharfe Trennlinie zwischen Fiktion und Beschreibung reeller Personen ist jedoch kaum zu ziehen. Ein Mitarbeiter, der ein Buch über eine betriebliche Situation schreibt, muss daher damit rechnen, dass der Arbeitgeber sich das Buch genau anschaut.

Fachanwaltstipp Arbeitnehmer: Schreiben Sie besser nichts Negatives über Ihre Kollegen oder über Ihre Vorgesetzten im Internet. Auch wenn ein schlechtes Wort über den Chef nur unter Kollegen bleibt: Es ist in der Welt. Sollte es zum Arbeitgeber gelangen, ist das für Ihren Stand im Unternehmen sicher nicht hilfreich.

Fachanwaltstipp Arbeitgeber: Negative, öffentliche Einträge auf Facebook oder in Internetforen müssen Sie nicht hinnehmen. Regelmäßig verstößt der Arbeitnehmer damit gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Für die Formulierung einer Abmahnung empfiehlt es sich, bei einem Fachmann Rat zu suchen. Bereits in der Abmahnung kann viel falsch gemacht werden, was einem später – etwa in einem Kündigungsschutzprozess – auf die Füße fallen kann.

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck und Rechtsanwalt Dr. Attila Fodor, Berlin

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