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Kündigung wegen schwerer Krankheit des Kindes in der Probezeit - darf der Arbeitgeber das?

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Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Das Ende der Probezeit ist nur noch zwei Wochen entfernt, da erkrankt der Sohn des Arbeitnehmers schwer, wird vollstationär im Krankenhaus aufgenommen und operiert. Der Arbeitnehmer ist alleinerziehender Vater, er kümmert sich um seinen Sohn, bleibt im Krankenhaus, muss ihn nach dem Aufenthalt zuhause pflegen. Die entsprechenden Atteste faxt er seinem Arbeitgeber – der ihm postwendend die Probezeit-Kündigung zustellt. Zufall? Oder hat der Arbeitgeber gekündigt, weil ihm das mit der Krankheit des Sohnes zu bunt wurde? Weil er in Wahrheit befürchtet, nach Ablauf der Kündigung einen Mitarbeiter im Team zu haben, der ständig ausfällt?

Arbeitgeber brauchen keinen Kündigungsgrund, um einen Mitarbeiter in der Probezeit zu kündigen, sie müssen sich allerdings an Regeln halten, die den Arbeitnehmer schützen vor Maßreglung oder Treuwidrigkeit. Vieles spricht hier dafür, dass die Kündigung eine unzulässige Maßreglung war. Denn der Arbeitnehmer durfte seinen Sohn häuslich pflegen, er hatte das Recht, von der Arbeit fernzubleiben. Und der Arbeitgeber kündigte unmittelbar nachdem er erfuhr, dass sein Mitarbeiter nun mehrere Wochen ausfällt. Das kann eigentlich kein Zufall sein!

So sah das auch das Arbeitsgericht Kaiserslautern, wo der Arbeitnehmer mit einer Kündigungsschutzklage gegen die Kündigung vorging und zunächst gewann. Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (8 Sa 152/16) sah das zwar anders und hob das Urteil auf: Der Arbeitgeber konnte beweisen, dass er die Kündigung bereits vor der Erkrankung des Sohnes plante. Die Urteile zeigen aber, dass Arbeitnehmer in einigen Fällen doch vor einer Probezeit-Kündigung geschützt sind.

Fachanwalts-Tipp für Arbeitnehmer: In der Probezeit sind Sie nicht „rechtlos“! Auch Kündigungen in der Probezeit können unwirksam sein, beispielsweise wenn sie auf eine schwere Krankheit folgen oder wenn sie zugestellt werden kurz nach einem Todesfall in der Familie. Rufen Sie nach der Kündigung in jedem Fall einen Experten im Arbeitsrecht an und lassen Sie sich beraten! Gegen treuwidrige oder maßregelnde Kündigungen kann es sich lohnen, Kündigungsschutzklage einzureichen.

Wo finden Sie weitere Informationen zum Thema Kündigung und Aufhebungsvertrag. Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigungsschutzklage: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de. Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigung, Aufhebungsvertrag und sonstige Beendigung des Arbeitsverhältnisses: www.kuendigungen-anwalt.de.

Was wir für Sie tun können. Wir vertreten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutschlandweit im Zusammenhang mit dem Abschluss von arbeitsrechtlichen Aufhebungsverträge, Abwicklungsverträgen und dem Ausspruch von Kündigungen.

Besprechen Sie Ihren Fall zunächst mit dem Fachanwalt für Arbeitsrecht. Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck unter 030/40004999 oder unserer Hotline 0176/21133283 an und besprechen Sie zunächst telefonisch, kostenlos und unverbindlich die Erfolgsaussichten eines Vorgehens im Zusammenhang mit der Kündigung oder dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages. Wie hoch sind Ihre Chancen? Wie hoch sind Ihre Risiken? Und welche Fristen gibt es zu beachten.

20.7.2017

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