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Berliner Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck zu den Rechten eines Arbeitnehmers bei einer Kündigung in der Insolvenz.

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Der Eichbornverlag steht vor dem Aus. Welche Chancen haben die Arbeitnehmer? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Rechtsanwalt Dr. Attila Fodor, Berlin

Für den insolventen Verlag Eichborn konnte kein geeigneter Investor gefunden werden. Das berichtet die Frankfurter-Rundschau-online am 29.09.2011. Der Verkauf der wertvollen Bestandteile des Verlags wird bereits vorbereitet. Auch die verbleibenden 36 Arbeitsplätze sollen weiter reduziert werden. Wie können die von einer Kündigung betroffenen Arbeitnehmer reagieren?

Hier einige Hinweise zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei einer Insolvenz des Arbeitgebers:

Der Insolvenzverwalter kündigt:

Für Arbeitnehmer ist es wichtig zu wissen, dass ein Arbeitsverhältnis nicht automatisch mit der Insolvenz der Arbeitgebers endet. Allerdings ist der Insolvenzverwalter berechtigt die ordentliche Kündigung des Beschäftigungsverhältnisses mit einer Frist von 3 Monaten zum Monatsende (§ 113 InsO) aussprechen. Auf die restlichen im Regelfall gültigen Kündigungsfristen aus Gesetz, Tarif- oder Arbeitsvertrag können sich die Arbeitnehmer allerdings nicht mehr berufen.

Man beachte: Auch der Insolvenzverwalter benötigt einen Kündigungsgrund. 

Hat der Insolvenzverwalter vor, den Betrieb komplett zu schließen, liegt die für eine betriebsbedingte Kündigung der Arbeitnehmer notwendige dringende betriebliche Erfordernis sicher vor.

Anders sieht es beispielsweise aus wenn der Betrieb verkauft werden soll. Dann können grundsätzlich nur die für die Weiterführung nicht benötigten Arbeitnehmer gekündigt werden. 

Wichtig: Auch die Kündigung durch den Insolvenzverwalter unterliegt den Grundsätzen der Sozialauswahl, die bei den zu kündigenden Arbeitnehmern berücksichtigt werden muss.

Praxistipp vom Fachanwalt: Besonders wenn eine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, kann sich die Kündigungsschutzklage auch bei einer Kündigung durch den Insolvenzverwalter lohnen. Die Kündigung durch den Insolvenzverwalter ist, jedenfalls dann, wenn der Betrieb weitergeführt werden soll, nicht ohne weiteres möglich. Beachten Sie die 3-Wochen-Frist der Kündigungsschutzklage.

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Rechtsanwalt Dr. Attila Fodor, Berlin

30.9.2011