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Kirchenmusiker von katholischer Kirche gekündigt

Eine außereheliche geschlechtliche Beziehung rechtfertigt die Kündigung eines Kirchenmusikers. Ein Artikel von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin und Essen, zum Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm (Westfalen), Urteil vom 14. Juni 2013- 10 Sa 18/13-, juris.

Die Abteilung Arbeitsrecht des Mittelalter ist um eine weitere Entscheidung reicher: Im Urteil vom 14. Juni 2013- 10 Sa 18/13-, juris hat das Landesarbeitsgericht Hamm (Westfalen) die ordentliche Kündigung eines Kirchenmusikers für wirksam erklärt. Grund war das „Unterhalten einer außerehelichen Beziehung“, durch das dieser die berechtigten Loyalitätserwartungen seines Arbeitgebers dermaßen enttäuscht habe, dass das Landesarbeitsgericht Hamm trotz der Anerkennung des Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit eine wirksame Beendigung des Arbeitsverhältnisses angenommen hat.

Nach Auffassung des Gerichts rechtfertige die besondere Position, die der Kläger als Kirchenmusiker in der Liturgie innehabe und die ihm eine besondere Nähe zum Verkündigungsauftrag der katholischen Kirche bringe, die Forderung des Arbeitgebers nach einer Identifikation des Klägers mit den Kernpunkten der katholischen Glaubens- und Sittenlehre.

Bewertung:

Die Entscheidung reiht sich ein in eine betrübliche Folge auch höchstrichterlicher Entscheidungen. Gemeinsam ist diesen Urteilen, dass in epischer Bandbreite Grundrechte gegeneinander abgewogen und dogmatisch hervorragend begründet werden, aber das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit den Belangen des kirchlichen Arbeitgebers geopfert wird.

Vergessen wird von den Gerichten aber Leider, dass diese Urteile nicht mehr zeitgemäß sind. Sollte sich nun möglicherweise unter dem Einfluss des neuen Papstes („Wer bin ich, über ihn zu richten“) die Kirche von oben reformieren, muss die deutsche Gerichtsbarkeit aufpassen, dass sie nicht diejenige ist, die als Letzte die Türen zum Mittelalter schließen muss.

Doch es gibt auch Hoffnung: So hatte zunächst das Arbeitsgericht Bocholt noch dem Kirchenmusiker Recht gegeben. Zudem hat das Landesarbeitsgericht die Revision zugelassen und damit dem Bundesarbeitsgericht Gelegenheit gegeben, ein zukunftsweisendes Urteil zu sprechen.

Berlin, 18.10.2013

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin

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