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Hund im Büro: Widerruf der einmal erteilten Erlaubnis des Arbeitgebers

Ein Artikel von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin und Essen, zum Urteil des Landesarbeitsgerichtes Düsseldorf, 9 Sa 1207/13, Urteil vom 24.03.2014.

Ausgangslage:

Ist es einem Arbeitnehmer gestattet seinen Hund mit ins Büro zu bringen? Ich bin immer wieder überrascht, wie viel hierzu diskutiert wird, wobei die Rechtslage doch sehr einfach ist. Grundsätzlich darf der Arbeitnehmer seinen Hund nicht mit in Büro nehmen. Ein solcher Anspruch kann jedoch in Ausnahmefällen bestehen, unter Beachtung von Gleichbehandlungsgrundsätzen, wenn es beispielsweise auch anderen Mitarbeitern gestattet ist, den Hund mitzunehmen oder wenn der Arbeitgeber hierfür eine einmalige Erlaubnis erteilt hat. Außer Acht gelassen wird oftmals, dass der Arbeitgeber eine solche Erlaubnis durch Angabe eines sachlichen Grundes jederzeit widerrufen kann.

Fall:

Im vorliegenden Fall war es einer Arbeitnehmerin gestattet, ihren Hund jahrelang mit ins Büro zu nehmen. Diese war in einer Werbeagentur tätig. Dies wurde ihr nunmehr vom Arbeitgeber untersagt, mit der Begründung, der Hund sei traumatisiert und würde u.a. auch die Kollegen anknurren, sodass sich diese kaum noch ins Büro trauten. Die Arbeitnehmerin berief sich neben dem Gleichbehandlungsgrundsatz ( auch andere Mitarbeiter nahmen ihren Hund mit ins Büro mit) auch auf die einmal erteilte Erlaubnis des Arbeitgebers.

Urteil:

Das Landesarbeitsgericht wies darauf hin, dass der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts, darüber entscheiden dürfe, unter welchen Bedingungen die Arbeit zu leisten sei. Habe der Arbeitgeber aufgrund seines Direktionsrechts das Mitbringend es Hundes gestattet, so sei die Erlaubnis als von Anfang an erteilt gewesen unter dem Vorbehalt, dass hier keine Störungen anderer Arbeitnehmer ausgingen. Der Widerruf der Erlaubnis sei damit rechtmäßig. Auch die Ungleichbehandlung wurde vom Landesarbeitsgericht abgelehnt, da der Arbeitgeber für die unterschiedlichen Verfahrensweisen einen sachlichen Grund vorweisen konnte.

Quelle:

Arbeitsgericht Düsseldorf, 8 Ca 7883/12, Urteil vom 04.09.2013
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, 9 Sa 1207/13, Urteil vom 24.03.2014

Fachanwaltstipp Arbeitgeber:

Gerade bei Werbeagenturen scheint es geläufig zu sein, das Mitbringen von Tieren an dem Arbeitsplatz zu gestatten. In der Praxis ist das oft mit erheblichen Problemen verbunden. Wenn das Tier dann nicht so „cool“ ist, wie man dachte oder älter wird und anfängt zu riechen, ist oft Schluss mit lustig. Der Arbeitgeber hatte zwar in der Regel weitreichende Möglichkeiten, das Verhältnis mit dem Arbeitnehmer wird allerdings in jedem Fall einen schweren Knacks bekommen. In Zeiten von Fachkräftemangel ist das nicht so schlau. Ich rate Arbeitgebern grundsätzlich davon ab, Tierhaltung zu gestatten.

Fachanwaltstipp Arbeitnehmer:

Natürlich ist es schön, wenn der Arbeitgeber das Mitbringen des eigenen Tieres toleriert. Man sollte sich aber dessen bewusst sein, dass man sich dadurch bei den Kollegen, Kunden und letzten Endes auch beim Arbeitgeber unbeliebt macht. Ich rate Arbeitnehmern grundsätzlich davon ab, abgesehen von besonderen Arbeitsplätzen. Sie ersparen sich zudem späteren Ärger, wenn der Arbeitgeber die einmal erteilte Erlaubnis widerruft und sie mit ihrem Tier plötzlich „auf der Straße stehen“. Rechtsstreite, wie der vorstehend geschilderte, sind überflüssig und verderben das Arbeitsklima auf Dauer.

7.7.2014

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

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