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Fristlose Kündigung eines Arbeitsverhältnisses - fünf Punkte für Arbeitnehmer

Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

1. Fristlose Kündigung wirkt sofort


Bei der fristlosen oder auch außerordentlichen Kündigung kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist also mit sofortiger Wirkung. Das bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis auch sofort beendet ist, wenn man sich als Arbeitnehmer nicht gegen die fristlose Kündigung zur Wehr setzt. Innerhalb von drei Wochen muss Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht eingereicht werden.

2. Fristlose Kündigung nur im Ausnahmefall wirksam

Eine fristlose Kündigung ist nur in krassen Ausnahmefällen wirksam. Es müssen gravierende Vertragsverstöße des Arbeitnehmers vorliegen. Das gilt besonders dann, wenn der fristlosen Kündigung keine Abmahnung vorangegangen ist.

3. Kündigungsschutzklage bei fristloser Kündigung nahezu immer sinnvoll

Arbeitnehmer, die eine fristlose Kündigung erhalten, müssen immer gegen diese Kündigung vorgehen. Wird hier nicht innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage erhoben, wird auch eine fristlose Kündigung in der Regel wirksam. Das bedeutet neben dem sofortigen Verlust weiterer Ansprüche auf Arbeitsentgelt auch eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld durch die Bundesagentur für Arbeit.

4. In der Regel muss einer fristlosen Kündigung eine Abmahnung vorangehen

Einer fristlosen Kündigung müssen in der Regel eine oder mehrere Abmahnungen vorangegangen sein. Nur in besonders krassen Fällen, wenn der Arbeitnehmer zum Beispiel eines Diebstahls oder anderer Straftaten zum Nachteil des Arbeitgebers beschuldigt wird, kommt auch eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung in Betracht.

5. Häufig ist schon im Vorfeld einer fristlosen Kündigung eine anwaltliche Tätigkeit sinnvoll

Einer fristlosen Kündigung ist häufig schon im Vorfeld des Ausspruchs der Kündigung eine anwaltliche Tätigkeit notwendig. Wenn Sie eine Anhörung des Arbeitgebers zu bestimmten Vorwürfen erhalten, sollten Sie sofort einen Fachanwalt für Arbeitsrecht einschalten. Verweisen Sie den Arbeitgeber darauf, dass sie vor einer Stellungnahme zunächst ihren Rechtsanwalt für Arbeitsrecht befragen wollen.

4.2.2016

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