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Fachanwaltslehrgang Arbeitsrecht

Welche Kenntnisse muss der Fachanwalt für Arbeitsrecht durch den 120-stündigen Fachanwaltskurs erlangen?

Um Fachanwalt für Arbeitsrecht werden, muss der Kandidat einen sogenannten Fachanwaltslehrgang besuchen und die dort angebotenen Abschlussprüfungen erfolgreich bestehen. Was wird in dem Fachanwaltslehrgang beigebracht?

In der Fachanwaltsordnung (FAO) sind die Gebiete genannt, die der zukünftige Fachanwalt für Arbeitsrecht kennen muss. Er muss besondere Kenntnisse im 

Individualarbeitsrecht,

kollektiven Arbeitsrecht und im 

Verfahrensrecht 

nachweisen.

Individualarbeitsrecht

Der zukünftige Fachanwalt für Arbeitsrecht muss im Individualarbeitsrecht besonders gut Bescheid wissen über den Abschluss und die Änderung von Arbeits- und Berufsausbildungsverträgen. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss nicht nur die Grundlagen des Vertragsabschlusses genau kennen sondern über alle Besonderheiten, auf die man beim Abschluss eines Arbeitsvertrages achten muss, Bescheid wissen. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss zum Beispiel wissen, dass die Möglichkeit, einem Arbeitnehmer ordentlich zu kündigen, bei einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis grundsätzlich im Vertrag vereinbart werden muss, falls der Arbeitgeber sich diese Möglichkeit der Kündigung für den Zeitraum der Beschäftigung dieses Arbeitnehmers offen halten will.

Über Inhalt und Beendigung des Arbeits- und Berufsausbildungsverhältnisses einschließlich des Kündigungsschutzes muss der Fachanwalt für Arbeitsrecht ebenfalls bestens informiert sein. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss die Voraussetzungen aller Kündigungsmöglichkeiten – also der fristlosen, betriebsbedingten, verhaltensbedingten, personenbedingten und der Änderungskündigung – genau kennen. Er muss die gängigen Leitlinien des Bundesarbeitsgerichts zur Voraussetzung der betriebsbedingten Kündigung genauso beherrschen, wie die Voraussetzungen einer Bagatellkündigung, einer Verdachtskündigung oder einer Kündigung wegen einer Strafanzeige des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber.

Der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss die Grundzüge der betrieblichen Altersversorgung kennen.

Er muss über den Schutz besonderer Personengruppen, insbesondere der Schwangeren und Mütter, der Schwerbehinderten und Jugendlichen genau Bescheid wissen. Beispielsweise muss der Fachanwalt für Arbeitsrecht sich im besonderen Kündigungsschutz von Schwangeren, jungen Müttern, Schwerbehinderten und Mitgliedern der Personalvertretung auskennen.

Schließlich muss der Fachanwalt für Arbeitsrecht im Bereich des Individualarbeitsrechts die Grundzüge der Arbeitsförderungs- und des Sozialversicherungsrechts beherrschen.

Kollektives Arbeitsrecht

im kollektiven Arbeitsrecht muss der Fachanwalt für Arbeitsrecht das Tarifvertragsrecht, dass Personalvertretungs- und Betriebsverfassungsrecht, sowie die Grundzüge des Arbeitskampf- und Mitbestimmungsrechts beherrschen.

Verfahrensrecht

Im Verfahrensrecht – also im Arbeitsgerichtsprozess – muss sich der Fachanwalt für Arbeitsrecht ebenfalls bestens auskennen. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss wissen, bei welchem Arbeitsgericht eine Klage einzureichen ist. Er muss die Besonderheiten einer Klage im Arbeitsrecht (insbesondere einer Kündigungsschutzklage) beherrschen. Zum Beispiel muss er wissen, gegen wen eine Kündigungsschutzklage zu richten ist und wie die Beweislast in den unterschiedlichsten im Arbeitsrecht vorkommenden Fällen verteilt ist. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss über die im Arbeitsrecht besonders kurzen und strengen Fristen ohne Wenn und Aber Bescheid wissen. 

All diese Inhalte müssen im Fachanwaltslehrgang von anerkannten Experten vermittelt werden. In mehreren Klausuren (mindestens drei), die im Regelfall 5 h dauern, muss der zukünftige Fachanwalt für Arbeitsrecht nachweisen, dass er diese Materien beherrscht.