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Personenbedingten Kündigung - fünf Punkte, die Arbeitnehmer beachten sollten

Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin

Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

1. Wann kommt eine personenbedingten Kündigung in Betracht?


Eine personenbedingten Kündigung wird der Arbeitgeber dann wählen, wenn der Mitarbeiter aufgrund von persönlichen Gründen, auf die er tatsächlich keinen Einfluss hat, nicht in der Lage ist die geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen. Bekanntester Fall ist die Kündigung aus krankheitsbedingten Gründen.

2. Anwendungsfall krankheitsbedingte Kündigung

Die krankheitsbedingte Kündigung tritt in der Praxis häufig auf. Dabei ist die Kündigung extrem schwierig. Für Arbeitnehmer sind hier verschiedene Verteidigungsmöglichkeiten eröffnet. Bei der krankheitsbedingten Kündigung unterscheidet man drei Fallgruppen. Die Kündigung wegen langandauernder Erkrankung (länger als ein Jahr), die Kündigung wegen häufiger Kurzzeiterkrankungen (mehrere Jahre hintereinander jeweils länger als sechs Wochen/Jahr) und die Kündigung wegen einer krankheitsbedingten dauerhaften Leistungsminderung (mindestens 30 Prozent).

3. Andere personenbedingten Kündigungsgründe

Andere personenbedingte Kündigungsgründe sind zum Beispiel der Verlust der Fahrerlaubnis bei einem Berufskraftfahrer, das Verbüßen einer Freiheitsstrafe, die den Arbeitnehmer auf absehbare Zeit daran hindert, die geschuldeten Arbeitsleistung zu erbringen, sowie dauerhaft mangelhafte Arbeitsleistungen (Lowperformer, Minderleister).

4. Personenbedingten Kündigung häufig schwer umzusetzen, weil dem Arbeitgeber wichtige Informationen fehlen

Personenbedingte Kündigungen sind in der Praxis regelmäßig schwer umzusetzen. Das ist die große Chance für den Arbeitnehmer mit einer Kündigungsschutzklage eine hohe Abfindung zu erzielen. Da der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber aufgrund der Krankheit oder der oben aufgeführten anderen Gründe nicht zur Verfügung steht, ist das Verlangen des Arbeitgebers, den Arbeitnehmer loszuwerden, besonders groß. Häufig fehlen dem Arbeitgeber aber wichtige Informationen, zum Beispiel bei einer krankheitsbedingten Kündigung zu den Ursachen, oder er hat Schwierigkeiten bei einer Kündigung wegen Leistungsmängeln, die eigentlich geschuldete Arbeitsleistung überhaupt zu bestimmen.

5. Betriebsratsanhörung häufig fehlerbehaftet

Auch bei der personenbedingten Kündigung muss ein bestehender Betriebsrat wirksam angehört werden. Hier werden regelmäßig viele Fehler gemacht, die zu einer Unwirksamkeit der Kündigung führen. Fehler, die der Arbeitgeber macht, werden von einem erfahrenen Fachanwalt bzw. Rechtsanwalt für Arbeitsrecht erkannt und im Rahmen der Kündigungsschutzklage dazu genutzt werden, eine möglichst hohe Abfindung zu erzielen.

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Die Fachanwälte für Arbeitsrecht Volker Dineiger und Alexander Bredereck sind die Autoren des Ratgebers „Arbeitsrecht“ der Stiftung Warentest.

12.2.2016

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