Fachanwalt Arbeitsrecht ++ Arbeitsrecht Berlin Kündigung, Abfindung ++ Rechtsanwalt Arbeitsrecht ++ Beratung Arbeitsrecht Berlin ++ Kündigungsschutzklage

Möglicher Stellenabbau beim IT-Konzern IBM – Hinweise für betroffene Arbeitnehmer

Fachanwalt ++ Arbeitsrecht ++ Berlin

Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

IBM mit Stellenabbau.
IBM hat Pressemitteilungen zufolge Arbeitnehmervertreter dazu aufgefordert, über einen Interessenausgleich und Sozialplan zu verhandeln. Speziell die Service-Segmente sollen wohl betroffen sein.

Aufgepasst, wenn Unternehmen umstrukturiert. Bevor es überhaupt zu betriebsbedingten Kündigungen kommt, nehmen Unternehmen oftmals Umstrukturierungen vor. Damit sollen manchmal bereits spätere Kündigungen erleichtert werden.

Dazu ein Beispiel aus einem anderen Unternehmen in der Vergangenheit (nicht IBM): unter einem schlagkräftigen aber relativ unbestimmtem Oberbegriff wurde zunächst eine neue Abteilung geschaffen. Mitarbeiter konnten sich dann in der Folge nach Aufforderung des Unternehmens dafür bewerben. Mitunter wurde auch erheblicher Druck aufgebaut, um Mitarbeiter zum Wechsel in diese Abteilung zu bewegen. Es folgte die Unterzeichnung neuer Arbeitsverträge mit veränderten Arbeitsbedingungen und Arbeitsaufgaben. Wie sich später herausstelle, gab es in der neuen Abteilung relativ wenig zu tun. In der weiteren Folge wurde die Abteilung dann komplett wegrationalisiert. Im Kündigungsschutzprozess war es für den Arbeitgeber einfacher den Wegfall darzulegen und auch die soziale Auswahl wurde nur auf die in der Abteilung befindlichen Mitarbeiter mit den geänderten Arbeitsverträgen beschränkt. Der Kündigungsschutz für die Arbeitnehmer bestand natürlich weiter und so kam es auch zu Klagen und Abfindungszahlungen. Arbeitgeber waren aber einem geringeren Risiko ausgesetzt als bei der vorherigen Konstellation, sodass die Abfindungen auch niedriger ausfielen. Mitarbeiter, die die neuen Arbeitsverträge nicht unterzeichnet hatten, erhielten dagegen keine Kündigung.

Fazit: Bei Änderungen des Beschäftigungsfeldes und erst Recht des Arbeitsvertrages gitl es für Arbeitnehmer, vorsichtig zu sein. Bevor man juristischen Rat eingeholt hat, sollte man keine Änderungsverträge unterschreiben.

Vorsicht vor Unterschriften. Manchmal üben Arbeitgeber oder Vorgesetzte erheblichen Druck aus, um Mitarbeiter zu einer Unterschrift unter eine Aufhebungsvereinbarung oder einer Änderung des Arbeitsvertrages zu bewegen. Fragen Sie sich in solch einem Fall, warum der Arbeitgeber Druck ausübt? Weil er Ihnen etwas Gutes will? Nach meiner Erfahrung ist das meistens nicht die Motivation. In der Regel wollen die Arbeitgeber Geld sparen, haben also ihre eigenen Vorteile im Blick. Das müssen sie auch. Arbeitgeber müssen wirtschaftlich denken.

Denken Sie auch wirtschaftlich. Lassen Sie sich nicht von Angst und Sorgen zu einer Entscheidung treiben. Überlegen Sie cool, mit welcher Variante Sie für sich die besten Vorteile rausschlagen können.

Rechtsschutzversicherung überprüfen. Wer bereits eine Rechtsschutzversicherung hat, sollte überprüfen, ob auch Arbeitsrechtsschutz mit abgedeckt ist. Unter Umständen sollten Mitarbeiter von IBM eine Erweiterung des Versicherungsumfangs in die Wege leiten.

Rechtsschutzversicherung abschließen. In Anbetracht der Kosten, die im Rahmen von arbeitsrechtlichen Prozessen entstehen können, sollten Mitarbeiter ohne Rechtsschutzversicherung den Abschluss einer solchen in Betracht ziehen. Der Abschluss empfiehlt sich, obwohl zahlreiche Rechtsschutzversicherungen zunächst eine Wartezeit von drei bis sechs Monaten haben. Wenn der Zugang der Kündigung als Versicherungsfall zeitlich nach dem Ablauf dieser Wartezeit liegt, greift der Versicherungsschutz. Da auch im neuen Arbeitsverhältnis gerade zu Beginn (etwa in der Probezeit) oftmals eine Kündigung droht, lohnt sich der Abschluss selbst für den Fall, dass Der Versicherungsschutz die aktuelle Kündigung nicht umfasst.

Kündigungsschutzklage auch bei Interessenausgleich bzw. Sozialplan. Ich höre immer wieder von Arbeitnehmern, sie hätten allein schon deswegen von einer Kündigungsschutzklage abgesehen, weil im Unternehmen ein Sozialplan zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber vereinbart wurde. Das ist eine Fehlvorstellung. Die Kündigungsschutzklage lohnt sich immer. Arbeitnehmer sind auch dann mit einer Kündigungsschutzklage regelmäßig besser bedient, wenn der Sozialplan sog. Turboprämien oder Speedprämien für den Verzicht auf die Erhebung einer Kündigungsschutzklage vorsieht. Zum einen sind die Arbeitgeber im Vergleichswege regelmäßig bereit, auch bei einer späteren Einigung vor dem Arbeitsgericht die Turboprämie zu zahlen. Außerdem können die Ansprüche aus dem Sozialplan verbindlich festgeklopft werden. Der Arbeitnehmer erhält vor dem Arbeitsgericht einen Titel, aus dem dann vollstreckt werden kann. Arbeitnehmer die nicht klagen, streiten sich dann später unter Umständen über die Höhe der Sozialplanabfindung oder sonstige Modalitäten, wie den Inhalt des Arbeitszeugnisses, Urlaubsabgeltungsansprüche, Prämien, Weihnachtsgeld usw. Arbeitnehmer die Kündigungsschutzklage erheben, können sämtliche Ansprüche im Rahmen der Kündigungsschutzklage und eines hier abzuschließenden Vergleichs vor dem Arbeitsgericht verbindlich klären lassen.

Deutschlandweite Vertretung von Arbeitnehmern in Kündigungsfällen. Wir vertreten Arbeitnehmer deutschlandweit bei Kündigungsschutzklagen gegen ihren Arbeitgeber und erstreiten Abfindungen. Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck unter 030/40004999 und besprechen Sie zunächst telefonisch und unverbindlich die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage. Hierbei können Sie auch die Kosten, bzw. das Kostenrisiko im Verhältnis zu der zu erwartenden Abfindung besprechen.

6.4.2016

Videos und weiterführende Informationen mit Praxistipps zu allen aktuellen Rechtsfragen finden Sie unter: www.fernsehanwalt.com

Spezialseite Kündigungsschutzklage für Arbeitnehmer: Hier können Sie prüfen, welche Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage in Ihrem Fall bestehen und wie die Aussichten sind, mit einer Kündigungsschutzklage entweder den Bestand des Arbeitsverhältnisses zu sichern oder eine gute Abfindung zu erzielen. Sie finden Formulare für eine Kündigungsschutzklage mit Ausfüllhinweisen. Es folgt eine ausführliche Darstellung des Ablaufs des Kündigungsschutzverfahrens mit Praxistipps für das Verhalten vor dem Arbeitsgericht. Des Weiteren finden Sie ein Muster für einen Aufhebungsvergleich mit typischen Formulierungen und Hinweisen zum Ausfüllen. Sie können zudem auf Muster für Widersprüche gegen Sperrzeitanordnungen der Bundesagentur für Arbeit und Kostenbeispiele zugreifen. Das besondere Angebot: der Onlinecheck für Ihre Kündigung zum Preis von 50 € zuzüglich MwSt.

Das alles hier: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de