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Kündigung wegen Diebstahls - fünf Punkte, die betroffene Arbeitnehmer unbedingt beachten sollten

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Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Der Diebstahl auch schon geringwertiger Sachen aus dem Eigentum des Arbeitgebers kann eine (fristlose) Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen. Unter Umständen reicht sogar schon der Verdacht eines solchen Diebstahls. Was sollten Arbeitnehmer in diesem Zusammenhang beachten?

1. Professionelle Hilfe bereits bei Anhörung zu Tatvorwurf suchen

Arbeitgeber können die Kündigung auch schon auf den Verdacht des Diebstahls stützen. Dafür müssen Sie den Arbeitnehmer aber zuvor zu dem Verdacht anhören. Das kann mündlich oder schriftlich geschehen. Wer zu einem entsprechenden Gespräch geladen wird oder die Vorwürfe schriftlich mitgeteilt bekommt, sollte unbedingt sofort einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, der auch strafrechtlich tätig ist, aufsuchen. Das Problem: ein falsches Wort kann hier schon eine vernichtende Wirkung entfalten. Erfolgt der Tatvorwurf im Rahmen eines Gesprächs überraschend, sollte man keine Stellungnahme abgeben, sondern darauf verweisen, dass man sich zunächst rechtlich beraten lassen müsse.

2. Nichts unterschreiben, vor allem keinen Aufhebungsvertrag

Arbeitgeber nutzen eine solche Drucksituation häufig, um den Arbeitnehmer zur Unterschrift unter einen Aufhebungsvertrag zu bewegen. Ich erlebe in der Praxis immer wieder, dass Arbeitnehmer aufgrund von Drohungen, Angst oder Enttäuschung in einer solchen Situation einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen. Das sollte man niemals tun! Seriöse Angebote sind immer mit einer Bedenkzeit verbunden. Erklären Sie dem Arbeitgeber, dass sie das Angebot gerne überdenken, aber zunächst rechtliche Beratung in Anspruch nehmen wollen. Sollte der Arbeitgeber Sie partout davon abbringen, ist etwas faul. Dann sollten Sie erst recht nicht unterschreiben. Wer unterschreibt, kommt hinterher in der Regel von dem Aufhebungsvertrag nicht mehr los.

3. Neben der Kündigung droht auch ein Strafverfahren

Heikel sind Strafverfahren im Arbeitsrecht immer deswegen, weil der Arbeitgeber hier häufig neben der Kündigung auch noch eine Strafanzeige gestellt. Das Problem für den Arbeitnehmer: arbeitsrechtlich ist es in der Regel gut, häufig sogar zwingend notwendig, dass man sich zu den Vorwürfen äußert. Strafrechtlich ist die Äußerung ein Fehler. Hier muss ein auf beide Rechtsgebiete spezialisierter Rechtsanwalt eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile der beiden Varianten, also Reden oder Schweigen vornehmen. Der richtige Weg wird häufig ein Mittelweg sein.

4. Bei einer Kündigungsschutzklage und anschließender Einigung nicht das Strafverfahren vergessen

Wer im Rahmen einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht dann einen Vergleich über das Arbeitsverhältnis (meistens Beendigung gegen Zahlung einer Abfindung) schließt, sollte nicht das Strafverfahren vergessen. In der Regel ist es sinnvoll, wenn der Arbeitgeber im Rahmen des Vergleichs verpflichtet wird, etwaige Strafanzeigen zurückzunehmen. Damit erledigt sich das Strafverfahren nicht immer automatisch. Häufig hat allerdings die Anzeigerücknahme und die Einigung im arbeitsgerichtlichen Verfahren eine Einstellung auch des Strafverfahrens zur Folge.

5. An die berufliche Zukunft denken

Für viele Arbeitnehmer ist ein sauberes Führungszeugnis existenziell wichtig. Das gilt zum Beispiel dann, wenn man auch bei künftigen Arbeitsverhältnissen etwa als Kassierer immer wieder mit Geld zu tun hat. Hier ist es besonders wichtig, durch geeignete Formulierungen in einem Aufhebungsvertrag dafür zu sorgen, dass man sich für die Zukunft kein Bein stellt. Auch auf die Formulierungen im Zeugnis muss genau geachtet werden. Am besten ist es, wenn man im Vergleich den Inhalt des Arbeitszeugnisses bereits mitregelt. Hier muss besonders auf verdeckte Hinweise im Zeugnis geachtet werden.

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Die Fachanwälte für Arbeitsrecht Volker Dineiger und Alexander Bredereck sind die Autoren des Ratgebers „Arbeitsrecht“ der Stiftung Warentest.

22.2.2016

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