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Haben Arbeitnehmer eine Kündigung wegen ihres Alters zu befürchten?

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Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen, mit einem Beitrag zum Thema Kündigung im Zusammenhang mit dem Alter.

Ausgangslage:
Nicht selten bekomme ich mit von der Sorge älterer Arbeitnehmer um ihren Arbeitsplatz. Die Angst rührt oft daher, dass es vermeintlich bessere jüngere Arbeitnehmer als Konkurrenten gibt und man so das Gefühl hat, mit den jeweiligen Anforderungen im Job nicht mehr zurechtzukommen. Diese Sorge ist nur sehr eingeschränkt begründet.

Grundsätzlich keine Kündigung wegen des Alters: Beschäftigt der Arbeitgeber regelmäßig mehr als zehn Mitarbeiter bei sich, kommt das Kündigungsschutzgesetz zur Anwendung mit der Folge, dass Arbeitnehmer Kündigungsschutz genießen. Einen zulässigen Kündigungsgrund stellt das Alter nicht dar. Der Arbeitgeber kann dann also nicht gestützt auf das Alter des Arbeitnehmers eine Kündigung aussprechen. Das Arbeitsverhältnis endet somit in der Regel erst wenn die Voraussetzungen für eine Beendigung nach dem Arbeitsvertrag erreicht sind. Das ist in der Regel der Fall, wenn der Arbeitnehmer das Rentenalter erreicht bzw. Anspruch auf eine Altersrente hat.
Greift kein Kündigungsschutz zugunsten des Arbeitnehmers (Kleinbetrieb), wäre eine Kündigung allein wegen des Alters ebenfalls unwirksam. Das Problem ist hier aber, dass der Arbeitgeber den Kündigungsgrund nicht nennen muss. Ärgerliche Folge für Arbeitnehmer: sie können in der Regel nicht beweisen, dass sie wegen ihres Alters gekündigt wurden. Wer also in einem Betrieb mit regelmäßig nicht mehr als zehn Mitarbeitern tätig ist, ist nicht vor einer Kündigung wegen des Alters sicher. Alle anderen Arbeitnehmer haben dagegen nichts zu befürchten.

Betriebsbedingte Kündigungen: Im Falle von betriebsbedingten Kündigungen sind ältere Arbeitnehmer sogar besser geschützt als jüngere. Das liegt daran, dass der Arbeitgeber eine sog. soziale Auswahl durchführen muss. Im Rahmen dieser Auswahl muss er die Arbeitnehmer kündigen, die am wenigsten schutzwürdig sind. Ein fortgeschrittenes Alter begründet dagegen gerade eine höhere Schutzwürdigkeit.

Krankheitsbedingte Kündigungen: Auch vor krankheitsbedingten Kündigungen sind ältere Arbeitnehmer besser geschützt, als jüngere. Hier hat nämlich immer eine Gesamtabwägung zwischen den Interessen des Arbeitgebers und denen des Arbeitnehmers stattzufinden. Ältere Arbeitnehmer können zu ihren Gunsten ihr Alter anführen, regelmäßig aber auch eine im Vergleich zu jüngeren Arbeitnehmern längere Betriebszugehörigkeit.

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Die Fachanwälte für Arbeitsrecht Volker Dineiger und Alexander Bredereck sind die Autoren des Ratgebers „Arbeitsrecht“ der Stiftung Warentest.

15.02.2016

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