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Fristlose Kündigung wegen Berührung der Intimsphäre

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Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Wer Kolleginnen oder Kollegen während der Arbeit sexuell belästigt, kann dafür fristlos gekündigt werden. Mit einer Entscheidung vom 29.06.2017 stellt das Bundesarbeitsgericht klar: Jede Berührung der Geschlechtsteile ist für sich gesehen eine sexuelle Belästigung und damit Grund für eine fristlose Kündigung, der Übergriff muss nicht sexuell motiviert sein.

Nicht jeder würde bei dem Fall automatisch an sexuelle Belästigung denken, man glaubt dem Arbeitnehmer durchaus, wenn er eine sexuelle Motivation verneint: Der Arbeitnehmer, ein Stahlarbeiter, griff einem Mitarbeiter von hinten an den Intimbereich und feixte dann auch noch etwas über „dicke Eier“. Nachdem er dafür fristlos gekündigt wurde, versuchte er sich herauszureden: Das alles sei ein grober Scherz gewesen.

Die Bundesarbeitsrichter zeigten sich unbeeindruckt: Jeder könne „selbst bestimmen über Eingriffe in die Intimsphäre durch körperlichen Kontakt.“ Punkt. Die Einstellung des Handelnden sei irrelevant, auf das „Ergebnis“, die Berührung, komme es an, dann liege eine sexuelle Belästigung vor, so die Richter des höchsten deutschen Arbeitsgerichts. Jeder Griff an den Intimbereich demütigt und stellt bloß, das betonten die Richter sehr deutlich; jeder, der diese Grenzen der Selbstbestimmung überschreitet, verletzt seine arbeitsvertraglichen Pflichten erheblich, und darauf folgt zu Recht die fristlose Kündigung (BAG, Urteil vom 29.06.2017 - 2 AZR 302/16).

Fachanwalts-Tipp für Arbeitnehmer: Arbeitnehmer müssen die Intimsphäre von allen Personen am Arbeitsplatz respektieren, jeder Griff an das Gesäß oder die Brust, jede Berührung des Intimbereichs, auch noch so beiläufig oder „scherzhaft“, kann zum Verlust des Arbeitsplatzes führen, und zwar fristlos von heute auf morgen. Wem ein sexueller Übergriff vorgeworfen wird, sollte sich sofort Rat holen von einem erfahrenen Experten im Arbeitsrecht. Und man sollte sich auch in strafrechtlicher Hinsicht beraten lassen, denn bei solchen Vorwürfen droht ggf. auch ein Strafverfahren.

So können wir Ihnen helfen: Wir vertreten Arbeitnehmer deutschlandweit bei Kündigungsschutzklagen gegen ihren Arbeitgeber und erstreiten Abfindungen und auch in anschließenden Strafverfahren. Gerade wenn der Verdacht einer Straftat im Raum steht, ist es besonders wichtig, dass der Anwalt sowohl die arbeitsrechtliche als auch die strafrechtliche Komponente des Geschehens hinreichend beachtet und sorgfältig gegeneinander abwägt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Kündigung und Aufhebungsvertrag: Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigungsschutzklage: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de. Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigung, Aufhebungsvertrag und sonstige Beendigung des Arbeitsverhältnisses: www.kuendigungen-anwalt.de.

Besprechen Sie Ihren Fall zunächst unverbindlich mit dem Fachanwalt für Arbeitsrecht: Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck an und besprechen Sie zunächst telefonisch und unverbindlich die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage und ein geeignetes Vorgehen im Hinblick auf das drohende Strafverfahren.

24.8.2017

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