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600 000 neue Jobs auf dem Arbeitsmarkt bis Ende 2012 prophezeien Regierungsexperten. Ein guter Zeitpunkt für Arbeitsvertragsverhandlungen und Neuorientierung auf dem Arbeitsmarkt, findet Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin.

Regierungsexperten zufolge sollen aufgrund des kräftigen Wirtschaftswachstums in den nächsten Jahren sehr viele zusätzliche Jobs entstehen. Fachkräfte, möglicherweise aber auch normale Arbeitskräfte, werden rar. Das eröffnet Arbeitnehmern gute Verhandlungsmöglichkeiten mit ihren bisherigen Arbeitgebern. Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzung und mehr Urlaub – viele Arbeitgeber werden sich anstrengen, um ihre Mitarbeiter zu halten.

Doch hat man als Arbeitnehmer ohne weiteres einen Anspruch auf ein höheres Gehalt, wenn die Konjunktur anzieht und der Profit des Unternehmens steigt? Was tun, wenn der Arbeitgeber sich weigert, den vergrößerten Kuchen mit den Arbeitnehmern zu teilen?

Grundsätzlich gilt der Arbeitsvertrag. Nur wenn dort Lohnerhöhungen vorgesehen sind, kann der Arbeitnehmer diese auch beanspruchen. Einen allgemeinen Inflationsausleich kraft Gesetz gibt es nicht. Lohnerhöhungen sind aber auch dann fällig, wenn ein einschlägiger Tarifvertrag Anwendung findet und dieser solche vorsieht.

Ist auch das nicht der Fall, hat man als Arbeitnehmer schlechte Karten. Hier bleibt nur die Möglichkeit von Gehaltsverhandlungen. In wirtschaftlich flauen Zeiten wird man damit kaum Erfolg haben. Dann kann man schon froh sein, den Job zu behalten. Wenn aber Arbeitskräftemangel herrscht, sieht die Sache anders aus. Arbeitgeber werden hier gut überlegen, ob sie wegen allzu großer Knausrigkeit den Weggang eines wichtigen Mitarbeiters riskieren. Kommen auch diese Verhandlungen nicht zum Ziel, bleibt nicht viel Auswahl: Entweder man arbeitet für den alten Lohn weiter, oder man kündigt.

Arbeitnehmer, die kündigen wollen, haben hierfür grundsätzlich die im Arbeitsvertrag hierfür vorgesehenen Fristen einzuhalten. Wenn der neue Arbeitgeber drängelt, sollte man mit dem alten Arbeitgeber reden. Wenn man sich nicht einigt und einfach verfrüht die Arbeit abbricht, drohen grundsätzlich Schadensersatzansprüche des alten Arbeitgebers. Allerdings sind diese in der Praxis sehr schwer durchzusetzen. Arbeitnehmer müssen sich in der Regel nicht allzu sehr fürchten. 

Fachanwaltstipp Arbeitnehmer: Nutzen Sie die aktuell gute Arbeitsmarktlage für eine Veränderung. Gerade wenn Sie dem Arbeitgeber während der Krise entgegengekommen sind (z.B. durch Kurzarbeit), können Sie jetzt gut argumentieren. Überreizen Sie Ihre Position aber auch nicht. Erpressungsversuche sind für das weitere gedeihliche Miteinander wenig tauglich.

Fachanwaltstipp Arbeitgeber: Reisende soll man nicht aufhalten. Immer wieder erlebe ich in der Praxis Arbeitgeber, die gegenüber Arbeitnehmern, die gekündigt haben auf der Einhaltung der Kündigungsfrist bestehen. Das sogar, wenn  der Arbeitnehmer schon einen neuen Job hat. Was bringt das denn? So einem Arbeitnehmer muss man zwar den vollen Lohn zahlen. Aber wird er auch engagiert arbeiten? Wer diese Frage mit nein beantwortet, sollte den alten Arbeitnehmer ziehen lassen und das eingesparte Geld lieber für das Gehaltsangebot an neue Arbeitnehmer verwenden.


Ein Beitrag von Rechtsanwalt Alexander Bredereck, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Der Fachanwalt für Arbeitsrecht:

 

Für Rechtsanwälte, die sich für bestimmte Rechtsgebiete besonders qualifiziert haben, wurden Fachanwaltschaften eingeführt, damit der Rechtssuchende auf Anhieb die Qualifizierung und die Absolvierung einer laufende Fortbildung des Rechtsanwaltes erkennen kann. Geregelt wurde dies in der Fachanwaltsordnung FAO.

 

Eine von mehreren Fachanwaltschaften ist die des Arbeitsrechts, da gerade dieses Rechtsgebiet besonders kompliziert und umfassend ist und daher besondere Kenntnisse voraussetzt, um es richtig anzuwenden. Das Arbeitsrecht ist bis heute nicht in einem einheitlichen Arbeitsgesetzbuch geregelt, sondern in einer Vielzahl von Gesetzen verstreut. Die Arbeitsgesetze ändern sich ständig, die Zahl der Tarifverträge ist schwer überschaubar. All das macht im Arbeitsrecht den Gang zum Fachanwalt notwenig, wenn man einen gewissen Mindeststandart an Qualität sicherstellen will.

 

Ein Rechtsanwalt der Fachanwalt werden will, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen.

Er muss als Rechtsanwalt mindestens seit 3 Jahren ununterbrochen zugelassen sein. 120 Stunden Fortbildung ableisten. Und mehrere mehrstündigen (regelmäßig 5 volle Stunden) Klausuren unter Examensbedingungen erfolgreich absolvieren.

Je nach Rechtsgebiet muss der Anwalt eine bestimmte Anzahl von Fällen (mindestens 100 Fälle im Arbeitsrecht) nachweisen, die die gesamte Bandbreite des Rechtsgebietes umfassen.

Spezielle Ausschüsse der Rechtsanwaltskammer prüfen diese Fälle und empfehlen dem Vorstand der Rechtsanwaltskammer entweder die Gestattung oder die Versagung des Rechts, eine Fachanwaltsbezeichnung zu führen.

Zuletzt hat der Rechtsanwalt häufig in einem „Fachgespräch“ mit den Ausschussmitgliedern seine Kenntnisse im Arbeitsrecht noch einmal nachzuweisen.

Nachdem alles erfolgreich durchlaufen wurde gestattet der Vorstand der Rechtsanwaltskammer die Führung der Bezeichnung „Fachanwalt für Arbeitsrecht“

 

Tätigkeitsschwerpunkte/Interessenschwerpunkte:

 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte können neben den Fachanwaltschaften ihre Qualifikation in bestimmten Rechtsgebieten, z.B. im Arbeitsrecht selbst benennen. Dies sind die so genannten Tätigkeitsschwerpunkte oder Interessenschwerpunkte. Die Benennung solcher Schwerpunkte setzt keine Prüfung voraus, sondern beruht auf der eigenen Einschätzung der Rechtsanwältin oder des Rechtsanwalts. Als Tätigkeitsschwerpunkte können maximal drei Gebiete, als Interessenschwerpunkte maximal fünf Gebiete angegeben werden.

 

Unsere Mandanten im Arbeitsrecht:

 

Arbeitgeber

Arbeitnehmer

Geschäftsführer

Leitende Angestellte

Handelsvertreter (§ 84 HGB)