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Fachanwaltsserie: Wen sollte der gemobbte Arbeitnehmer verklagen?

Die wichtigsten Fragen zum Mobbing aus der Praxis und die Antworten des Fachanwalts für Arbeitsrecht

6. Wen sollte der gemobbte Arbeitnehmer verklagen?

Fachanwalt für Arbeitsrecht: Ganz eindeutig ist der Arbeitgeber der Ansprechpartner bei Mobbing. Das Mobbingopfer hat ein Vertragsverhältnis mit seinem Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss das Mobbingproblem aus der Welt schaffen, da er ihm gegenüber wegen des Vertragsverhältnisses deshalb eine Fürsorgepflicht hat. Der Anspruch richtet sich in den allermeisten Fällen gegen den Arbeitgeber. Daher macht es für den betroffenen Arbeitnehmer am meisten Sinn, den Arbeitgeber - bei Vorliegen der Voraussetzungen für einen Anspruch auf Schadensersatz wegen Mobbings - vor dem Arbeitsgericht zu verklagen. 

Die mobbenden Kollegen sind fast nie die Anspruchsgegner im Fall eines Mobbingproblems (siehe Frage 5), sondern - wie bereits erwähnt - der Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss sich mit dem mobbenden Mitarbeiter (dem Störer) auseinandersetzen und diesen zur Räson bringen. 

Im Grunde sind Mobbingfälle immer Dreiecksbeziehungen. Ein betroffener Arbeitnehmer sollte wissen, dass er eine Lösung der Situation arbeitsrechtlich nur vom Arbeitgeber verlangen kann. Der Arbeitsgeber muss dann die geeigneten Maßnahmen treffen und die Situation lösen, meistens indem er mit dem Störer ein Mitarbeitergespräch führt und ihn auffordert, das Verhalten zu ändern.

Ein betroffene Arbeitnehmer sollte es auch verinnerlichen, dass er nicht „petzt“ oder ein „Kollegenschwein“ ist, wenn er den Arbeitgeber über eine Mobbinghandlung informiert und ihn um Hilfe und Lösung der Situation bittet.