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Kurzzeiterkrankung

  • Hierunter versteht man die Leistungsausfälle, welche jeweils von kürzerer Dauer sind und sich häufig wiederholen, ohne dass die Ausfallzeitpunkte im Voraus absehbar sind.
  • Häufige Kurzerkrankungen sind für den Arbeitgeber vergleichsweise teuer, da er unter Umständen immer wieder erneut bis zu sechs Wochen Entgeltfortzahlung leisten muss, wohingegen er bei einer langandauernden Krankheit nur einmal für sechs Wochen zur Entgeltfortzahlung verpflichtet ist. Häufige Kurzzeiterkrankungen können ein Grund für eine ordentliche personenbedingte Kündigung sein.
  • Bei der Kündigung wegen häufigen Kurzerkrankungen ist die negativ Prognose relevant. Das bedeutet es müssen objektive Tatsachen vorliegen, welche die ernste Besorgnis weiterer Erkrankungen rechtfertigen.
  • Ob eine Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen sozial gerechtfertigt ist, kann nur anhand eingehender Abwägung der Belange des Arbeitgebers mit dem Interesse des Arbeitnehmers an der Erhaltung des Arbeitsplatzes bestimmt werden.

  • Von Bedeutung ist, ob die betrieblichen Belange beeinträchtigt werden. Dies ist der Fall,

    • wenn Störungen im Produktionsablauf eintreten,
    • wenn unentwegt vorübergehend Aushilfskräfte eingestellt werden,
    • wenn der Betriebsfrieden infolge sich wiederholender Vertretungsnotwendigkeiten gestört wird,
    • wenn Kunden verärgert werden weil Aufträge nicht termingerecht abgewickelt werden können,
    • wenn im Krankenhausbetrieb eine fehlende Einplanbarkeit im Rahmen der Dienstplangestaltung gegeben ist.

  • Diese Störungen müssen vom Arbeitgeber konkret dargelegt und bewiesen werden.
  • Auch wenn wiederholt nur eintägige Fehlzeiten aufgetreten sind, liegt die, unter Umständen eine für die Kündigung ausreichende, Häufigkeit des Fehlens vor.