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Sie suchen einen Anwalt für Arbeitsrecht in Berlin? Fachanwalt Bredereck hilft: Abmahnung, Kündigung.
Abfindung Anwalt

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin.

 

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber ein arbeitsvertragliches Fehlverhalten zunächst mindestens einmal abmahnen, bevor er das Arbeitsverhältnis wegen eines erneuten Verstoßes wirksam verhaltensbedingt kündigen kann. Es gibt allerdings Fälle, in denen die Abmahnung entbehrlich ist und eine verhaltensbedingte Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung wirksam ist. Wann das der Fall ist, erklärt der Berliner Anwalt für Arbeitsrecht und Experte für Kündigungsschutzrecht Alexander Bredereck.

 

Zunächst: Die meisten verhaltensbedingten Kündigungen sind nur wirksam, wenn der Arbeitgeber das arbeitsvertragliche Fehlverhalten des Arbeitnehmers vorher wirksam abgemahnt hat. Das gelingt in der Praxis nur selten. Die meisten verhaltensbedingten Kündigungen scheitern vor dem Arbeitsgericht, entweder die Abmahnung fehlt, oder weil sie rechtlich fehlerhaft ist. Aus meiner fast 20-jährigen anwaltlichen Erfahrung als Arbeitsrechtler weiß ich, dass Abfindungen nur selten die arbeitsrechtlichen Vorgaben erfüllen.

 

Abmahnungen sind für den Arbeitgeber unberechenbar. Fehler bei der Abmahnung führen regelmäßig dazu, dass der Arbeitgeber eine hohe Abfindung auszahlen muss, um einen Mitarbeiter endgültig und rechtssicher los zu werden. Allerdings: Die Abmahnung kann bei einer verhaltensbedingten Kündigung entbehrlich sein, und zwar grundsätzlich in zwei Fällen. 

 

Erstens, wenn das Interesse des Arbeitgebers an der Kündigung das Interesse des Arbeitnehmers am Fortbestand seines Arbeitsverhältnisses überwiegt. Das ist die sogenannte Interessenabwägung, die zugunsten des Arbeitgebers ausfällt, wenn die Pflichtverletzung des Arbeitnehmers schwerer wiegt, als sein „Vertrauensberg“, den er bei seinem Arbeitgeber während seines Arbeitsverhältnisses aufgebaut hat.

 

Wer also seit 20 Jahren einwandfrei an seinem Arbeitsplatz arbeitet, darf sich ein schwerer wiegendes Fehlverhalten erlauben, als sein Kollege, der seit 3 Jahren dabei ist und bereits 2 Abmahnungen wegen anderer Verfehlungen kassiert hat. 

 

Um beim Beispiel zu bleiben: Der Mitarbeiter, der 20 Jahre dabei ist, darf regelmäßig nicht für den Diebstahl von geringwertigem Büromaterial ohne vorherige Abmahnung gekündigt werden. Beim Kollegen, der nur 3 Jahre dabei ist, wird die Abmahnung wohl entbehrlich sein. (Wann die Abmahnung bei einer Kündigung wegen Arbeitszeitbetrugs entbehrlich ist, erfahren Sie hier).

 

Zweitens: Auf eine Abmahnung kann man regelmäßig auch dann verzichten, wenn der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung ernsthaft und endgültig verweigert. Das ist etwa der Fall, wenn er seinem Chef sagt: „Wenn du mich weiter nervst, mache ich hier gar nichts mehr!“ Oder: „Wenn ich das machen soll, bin ich ab morgen für drei Wochen krank geschrieben!“ Hier macht der Arbeitnehmer deutlich: Ich werde meine arbeitsvertragliche Pflicht in Zukunft nicht erfüllen! Ein Arbeitgeber, der dafür verhaltensbedingt ohne Abmahnung kündigt, kommt damit vor dem Arbeitsgericht regelmäßig durch.

 

Für Arbeitnehmer bedeutet das: Leisten Sie sich keine schwereren Pflichtverletzungen! Lassen Sie sich nicht zu Sprüchen hinreißen, die Sie später bereuen. Denken Sie daran, dass Sie durch das Arbeitsrecht regelmäßig gut vor einer verhaltensbedingten Kündigung geschützt sind. Geben Sie Ihrem Arbeitgeber keine Steilvorlage für eine Kündigung, für die eine Abmahnung entbehrlich ist. 

 

Haben Sie eine verhaltensbedingte Kündigung erhalten, oder eine betriebsbedingte oder personenbedingte? In den meisten Fällen sind diese Kündigungen unwirksam, weil der Arbeitgeber die Vorgaben des Kündigungsschutzgesetzes nicht beachtet, beispielsweise wenn die Abmahnung fehlt oder unwirksam ist. Rufen Sie noch heute einen Anwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht an und erkundigen Sie sich nach den Chancen einer Kündigungsschutzklage und nach den Aussichten auf eine hohe Abfindung.

 

Der Berliner Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck klärt diese Fragen für Sie in einer kostenlosen und unverbindlichen telefonischen Ersteinschätzung unter 030.40004999.