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Bombardier baut Arbeitsplätze ab - nicht nur Kündigungen sind gefährlich

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Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Stellenabbau bei Bombardier. Pressemeldungen zu Folge (z.B. von faz.net am 17.2.2016) will der Zugproduzent Bombardier allein in Deutschland über 1400 Stellen abbauen. Damit wäre in Deutschland jeder siebte Arbeitsplatz betroffen.

Bei Kündigung Kündigungsschutzklage. Den meisten Arbeitnehmern ist bekannt, dass sie bei einer Kündigung innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen müssen. Selbst wenn es einen Sozialplan gibt, ist die Kündigungsschutzklage sinnvoll. Wichtige Nebenansprüche (Arbeitszeugnis, Überstundenvergütung, Provisionen) können so geregelt werden. Vor allem aber lässt sich durch einen gerichtlichen Vergleich oft die Abfindung deutlich erhöhen. Auch andere Vorteile können für den Arbeitnehmer gesichert werden. Nicht zuletzt erhält man schließlich einen Titel gegen den Arbeitgeber.

Vorsicht bei Umstrukturierungen. Nicht nur Kündigungen sind gefährlich. Vorsichtig sollten Arbeitnehmer auch dann sein, wenn im Unternehmen umstrukturiert wird. In Krisensituationen verfolgen Arbeitgeber solche Umstrukturierungen häufig mit einem Hintergedanken. Es werden bereits Abteilungen gezimmert, die hinterher komplett verlagert oder geschlossen werden. Für Arbeitgeber bringt das entscheidende Vorteile bei einer später durchzuführenden sozialen Auswahl. Arbeitnehmern ist daher zu empfehlen, bereits bei einer Versetzung prüfen zu lassen, ob diese überhaupt wirksam ist. Gerade wer den Verdacht hat, dass er in eine künftig weg zu rationalisierende Abteilung verlegt werden soll, hat guten Grund eine Abwehr der Versetzung zu prüfen.

Aufhebungsvertrag prüfen lassen. Wer einen Aufhebungsvertrag erhält, sollte diese aus völlig prüfen, bevor er unterzeichnet. Nach einer Unterzeichnung ist in der Regel nichts mehr zu ändern. Bei Abschluss eines Aufhebungsvertrages kann viel schief gehen. So wird dann häufig ein Teil der Abfindung schon benötigt, um die sozialrechtlichen Nachteile wie zum Beispiel Anrechnung der Abfindung wegen Ruhen des Arbeitslosengeldanspruches oder wegen einer Sperrzeit zu kompensieren. Außerdem werden wichtige Nebenansprüche, wie zum Beispiel der Inhalt eines Arbeitszeugnisses und insbesondere auch die Gesamtnote des Zeugnisses, nicht ausdrücklich geregelt. Ein Aufhebungsvertrag ist regelmäßig allenfalls dann sinnvoll, wenn der Arbeitnehmer bereits einen neuen, besseren Job hat.

24.2.2016

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