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Volkswagen: Hinweise für Leiharbeiter und Zeitarbeiter für die nächste Zeit

Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin

Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Volkswagen plant Medienberichten zufolge, die Verträge von 300 Beschäftigten im Hannoverschen Nutzfahrzeugwerk Ende Januar 2016 auslaufen zu lassen. Bei 500 weiteren Leiharbeitern wurden die Verträge zunächst nur für drei Monate verlängert. Die Krise wird mittelfristig auch die Arbeitsplätze zahlreicher Mitarbeiter in anderen Unternehmen am Standort bzw. in Zulieferbetrieben beeinflussen.  Wer im Zuge der Krise um seinen Arbeitsplatz fürchtet, sollte folgende Hinweise beachten:

Überprüfung der Befristung:

Wer sich als Arbeitnehmer in einem befristeten Arbeitsverhältnis befindet, sollte die Befristung auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen lassen. Es ist bereits während der laufenden Befristung möglich, die Wirksamkeit derselben mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht klären zu lassen. Für den Fall der Unwirksamkeit der Befristung wird das Gericht feststellen, dass sich der Arbeitnehmer in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis befindet. Diese Klage muss beim Arbeitsgericht spätestens drei Wochen, nachdem die (nicht verlängerte) Befristung abgelaufen ist eingehen. Ansonsten hat man regelmäßig keine Chance mehr, wirksam gegen die Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorzugehen.

Befristetes Arbeitsverhältnis: vor Verlängerung sollte Wirksamkeit der Befristung überprüft werden:

Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts überprüfen Gerichte stets nur die letzte Befristung auf ihre Wirksamkeit. Demzufolge müssen Arbeitnehmer die Wirksamkeit der alten Befristung unbedingt überprüfen lassen, bevor sie eine Verlängerung unterzeichnen. Ansonsten kann es zu dem ärgerlichen Umstand kommen, dass man sich zwar eigentlich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis befand, da die alte Befristung unwirksam war, dann aber durch den Abschluss einer neuen, diesmal wirksamen Befristung, den Grabstein für das eigene Arbeitsverhältnis setzt.

Bei Umstrukturierungen aufgepasst:

Achtung Arbeitnehmer bei Umstrukturierungen im Unternehmen. Wir Umstrukturiert, werden dadurch nicht selten Kündigungen vorbereitet. Wer sich hier zum Beispiel gegen eine Versetzung oder gegen neue Arbeitsaufgaben nicht rechtzeitig zu Wehr setzt, bereitet unter Umständen ebenfalls die eigene Kündigung mit vor.

Vorsicht vor Aufhebungsverträgen:

Für den Fall, dass sie freiwillig einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, werden Arbeitnehmern oftmals Vorteile wie etwa Abfindungen versprochen. Hier sollte unbedingt Rat von einer unabhängigen Stelle eingeholt werden, bevor meine eine Unterschrift unter eine entsprechende Vereinbarung setzt. Ist die Unterschrift erst einmal geleisteten, kann in der Regel gegen die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses nichts mehr unternommen werden. Arbeitnehmer berücksichtigen häufig die Nachteile eines Aufhebungsvertrages nicht ausreichend (Sperrzeit, Ruhen des Arbeitslosengeldanspruchs). Auch werden viele wichtige Regelungen in der Praxis vergessen. Dies führt dann später zu Streitigkeiten, zum Beispiel über den Inhalt des Arbeitszeugnisses oder Ansprüchen auf Überstundenvergütungen, Prämien, Weihnachtsgeld usw.

Rechtschutzversicherung überprüfen:

Mitarbeiter sollten eine bestehende Rechtsschutzversicherung überprüfen. Ist auch Arbeitsrechtsschutz mit abgedeckt? Gegebenenfalls sollte der Umfang der Versicherung entsprechend erweitert werden.

Rechtschutzversicherung abschließen:

Mitarbeiter, die noch keine Rechtschutzversicherung haben, sollten über den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nachdenken. Arbeitsrechtliche Prozesse können durchaus teuer werden. Auch wenn viele Rechtsschutzversicherungen zunächst eine Wartezeit von drei bis sechs Monaten haben, empfiehlt sich häufig noch der Abschluss. Als Versicherungsfall zählt der Zugang der Kündigung. Liegt dieser nach Ablauf der Wartefrist, besteht Versicherungsschutz. Selbst wenn der Versicherungsschutz für den aktuellen Fall nicht greift, auch im neuen Arbeitsverhältnis droht gerade am Anfang (zum Beispiel in der Probezeit) häufig eine Kündigung.

Augen und Ohren auf im Betrieb:

Information das Allerwichtigste in der Krise. Sprechen Sie mit Ihren Kollegen, Vorgesetzten und dem Betriebsrat. Dabei sollte nicht Panikmache im Vordergrund stehen, sondern die Erlangung von Informationen.

Nicht auf Gerüchte und Drohungen hereinfallen:

Immer wieder erlebe ich es, dass im Vorfeld von Kündigungen, bzw. Stellenabbau im Unternehmen diverse Gerüchte gestreut werden. Arbeitnehmer sollten darauf nicht hereinfallen. Gerade wenn es darum geht durch Drohungen oder Verunsicherungen Arbeitnehmer von der Geltendmachung ihrer Rechte, insbesondere der Erhebung einer Kündigungsschutzklage abzuhalten, ist solchen Äußerungen immer zu misstrauen. Kündigungsschutzklagen sind für Arbeitnehmer in der Regel nur vorteilhaft. Soweit angebliche Nachteile behauptet werden, ist dies regelmäßig unzutreffend. Stellen Sie sich die Frage, wer von solchen Äußerungen profitiert, dann wissen Sie meistens auch was davon zu halten ist.

Wir beraten Arbeitnehmer deutschlandweit im Zusammenhang mit dem geplanten Ausspruch oder einer erhaltenen Kündigung, Aufhebungsverträgen und Abfindungsansprüchen. Unter 030/40004999 können Sie einen zunächst unverbindlichen telefonischen Beratungstermin mit Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck vereinbaren.

2.12.2015

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Spezialseite Kündigungsschutzklage für Arbeitnehmer: Hier können Sie prüfen, welche Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage in Ihrem Fall bestehen und wie die Aussichten sind, mit einer Kündigungsschutzklage entweder den Bestand des Arbeitsverhältnisses zu sichern oder eine gute Abfindung zu erzielen. Sie finden Formulare für eine Kündigungsschutzklage mit Ausfüllhinweisen. Es folgt eine ausführliche Darstellung des Ablaufs des Kündigungsschutzverfahrens mit Praxistipps für das Verhalten vor dem Arbeitsgericht. Des Weiteren finden Sie ein Muster für einen Aufhebungsvergleich mit typischen Formulierungen und Hinweisen zum Ausfüllen. Sie können zudem auf Muster für Widersprüche gegen Sperrzeitanordnungen der Bundesagentur für Arbeit und Kostenbeispiele zugreifen. Das besondere Angebot: der Onlinecheck für Ihre Kündigung zum Preis von 50 € zuzüglich MwSt.

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