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Probezeit

  • Zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses wird in der Regel eine Probezeit vereinbart. Während dieser Zeit – maximal für sechs Monate – kann das Arbeitsverhältnis gemäß § 622 Absatz 3 BGB mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.
  • Nach der Probezeit gelten in der Regel längere Kündigungsfristen.
  • Die Sechs-Monats-Frist kann bis zum letzten Tag ausgeschöpft werden. So kann z.B. bei einer vereinbarten Probezeit von sechs Monaten im Falle einer Kündigung im fünften Monat nicht eingewandt werden, dass bei der geschuldeten (einfachen) Tätigkeit eine Probezeit von vier Monaten ausreichend gewesen wäre.
  • Besonderer Kündigungsschutz - etwa für Schwangere - gilt bereits während der Probezeit.
  • Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis zur Probe zu befristen. Das Arbeitsverhältnis endet dann automatisch mit Ablauf der Probezeit.
  • Von der Probezeit zu unterscheiden ist die sechs-monatige Wartezeit auf den allgemeinen Kündigungsschutz nach § 1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Diese Wartezeit auf die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes besteht unabhängig von einer vereinbarten Probezeit und kann vertraglich nicht verlängert werden. Auch wenn keine Probezeit vereinbart wurde, kann sich jeder Arbeitgeber relativ problemlos während des ersten halben Jahres des Bestehens des Arbeitsverhältnisses vom Arbeitnehmer trennen.
  • Anders kann dies bei befristeten Arbeitsverhältnissen sein, wenn eine Kündigungsmöglichkeit nicht ausdrücklich vereinbart wurde.