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Kündigung des Arbeitgebers

  • Man unterscheidet fristgemäße (ordentliche) und fristlose (außerordentliche) Kündigungen. Fristlose Kündigungen sind grundsätzlich nur aus verhaltens- oder personenbedingten Gründen möglich. Kündigungen müssen immer schriftlich erfolgen.
  • Fristlose Kündigungen beenden das Arbeitsverhältnis sofort. Bei einer ordentlichen Kündigung ist immer die nach Arbeitsvertrag, Gesetz oder Tarifvertrag für den Arbeitnehmer günstigste (also längste) Kündigungsfrist zu beachten.
  • Bei der Kündigung von Arbeitnehmern in Betrieben mit mehr als zehn Arbeitnehmern kommt die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes in Betracht. An die Kündigungsgründe sind dann sehr hohe Anforderungen gestellt. In diesen Fällen ist für den Arbeitnehmer eine Kündigungsschutzklage fast immer sinnvoll.
  • Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat oder einen Personalrat, muss dieser vor der Kündigung angehört werden.
  • Wenn der Arbeitnehmer eine Kündigung erhalten hat, muss er innerhalb von drei Wochen dagegen Klage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Nach Klageeinreichung findet vor dem Arbeitsgericht immer zuerst ein Gütetermin mit dem Versuch einer Einigung statt. 80 bis 90 Prozent aller Prozesse enden hier bereits mit der Vereinbarung der Zahlung einer Abfindung. Im Arbeitsgerichtsprozess trägt in der ersten Instanz jede Partei ihre eigenen Kosten.
  • Bestimmte Personengruppen genießen einen besonderen Kündigungsschutz, z.B. Mitglieder des Betriebsrats (auch Ersatzmitglieder), Schwangere, erziehende Eltern, Schwerbehinderte, Pflegende.